OZ-immer noch Clothes Peg, 3-Monats-Fazit

Da uns leider über Oak Park nichts allzu Interessantes zu berichten einfällt, uns aber statt dessen ein hammermäßig guter Freund den Denkanstoß gegeben hat ein „3-Monats-Fazit“ zu ziehen, haben wir das getan.

Seit fast 6 Wochen sind wir nun in Clothes Peg gestrandet. In diesen Wochen haben wir Australien von seiner absolut australischen Seite kennen gelernt. Fazit: Der Sternenhimmel ist nachts so klar, besser als in jedem 3D Kino….und der Mond steht auf dem Kopf ;-)

 

Am Anfang unserer Australienreise hat jemand zu uns gesagt „jeder Ort ist nur so schön, wie die Menschen die Du dort triffst/oder mit denen Du dort bist“….und er hatte mehr als recht, doch dazu später.

Zu Anfang während des „Musterings“ haben wir uns im wahrsten Sinne des Wortes den Buckel krumm geschafft,7 Tage die Woche, doch trotzdem hatte jeder stets gute Laune. Wir haben viele kleine Traditionen der Australier kennen lernen dürfen, zusammen gefasst haben wir sehr viel gelernt. Jeder Morgen startet zum Beispiel damit, dass alle Männer in der Küche ihre Sandwiches auf die selbe Art und Weise schmieren und anschließend mit einer bestimmten Falttechnik in Zeitungspapier einwickeln. Die Zeitung wir später in der Mitte des Busches, meist an einem Fluss dazu genutzt, zuerst zu lesen und anschließend damit ein Feuer anzuzünden, auf dem die selbstzusammen gemischte Teemischung, jeder hat da sein eigenes Rezept, in einem kleinen „Billy“ (verbeulter, kleiner Eisentopf) zubereitet wird. Du steigst also mitten im Nirgendwo pünktlich um halb zehn vom Bike und machst erst einmal Teepause. Ist keine Frau anwesend fallen während dieser kurzen Zeit eine Menge Sätze bei denen wir eigentlich nur „bloody“ und „fxxk“ verstanden haben….Männergespräche eben ;-)

Abends dann die gemeinsamen Abendessen, alles war eben „echt australisch“. Es ist schön einmal für eine gewisse Zeit mit so vielen Menschen zusammen zu leben, zu sehen, was alles an Arbeit anfällt, auf einer solchen Farm, wie alles geplant wird, wenn Du so weit von der nächsten Einkaufsmöglichkeit oder dem nächsten Baumarkt entfernt lebst. Es gibt jeden Tag tausende Dinge zu reparieren, kochen, füttern, pflegen und vieles mehr….langweilig wird einem nie. Schon alleine mit dem Jeep zur nächsten Wasserstelle zu fahren, diese zu überprüfen, ggfs. zu warten ist ein Erlebnis. Die „Straßen“ sind hier unbeschreiblich, wie ihr auf den Photos sehen könnt. Jedes Auto ist mit Funk statt mit Handy ausgestattet und alle umliegenden Farmen kommunizieren untereinander meist auch nur über Funk. Eben anders als bei uns, eher wie im Fernsehen ;-)

Eine andere Sache ist, hier vertraut Dir jeder alles an. Sein Haus, sein Bike (nein, nicht seine Frau ;-) ), einfach alles. Du bist neu, keiner weiß was Du kannst oder nicht, trotzdem bekommst Du ein Motorrad unter den Hintern und fährst die unübersichtlichsten Crosstrecken, die man sich vorstellen kann. Fährst Du das Ding kaputt, wird es eben zu Hause zusammen gefitschelt (black-fellow-set up). Fährt die Familie in Urlaub, zeigen sie Dir den gut gefüllten Kühlschrank, den Flatscreen und sagen „my castel is your castle“ und lassen Dich mit ihrem kompletten Hab und Gut alleine….triffst Du neue Leute, hast Du direkt die nächste Einladung, einige Zeit bei ihnen zu verbringen „wenn Du in der Gegend bist“, da Du ja ein armer Backpacker bist und zumindest ab und zu anständiges Essen, ein Bett, und Zeit Deine Klamotten zu waschen benötigst. Ja, so gingen hier die erlebnisreiche Tage ins Land. Gestern, an unserem letzten, ruhigen Abend ohne die Familie, die noch in Oak Park waren, sind wir zu einem von Kenn’s Feuern gegangen und haben Würstchen am Feuer gegrillt. Ken und Wendy sind ein älteres Ehepaar, Freunde der Familie, die ab und zu herkommen um den Garten zu pflegen, die Kinder zu unterrichten oder auch umgefallene Bäume wegzubrennen. Zu den Würstchen, gab es Sie haben uns gezeigt, wie man eine Art Brot, in einem Billy im Feuer backt und Tee ebenfalls aus dem Billy dazu macht. Ja, auch mit 30 ist man noch nicht zu alt, abends ums Feuer zu sitzen und den Sternenhimmel zu genießen ;-) Man gewöhnt sich an die Stille, die die 160km Entfernung bis zur Zivilisation mit sich bringt….Das werden wir auf jeden Fall vermissen. Zu Ken und Wendy fahren wir auf unserem „Rückweg“. Die beiden wohnen in der Nähe von Melbourne und haben uns eingeladen uns die Gegend zu zeigen und einige Tage bei ihnen zu bleiben, was wir mit Freude angenommen haben, die beiden sind wirklich nett. Sie haben viel Zeit damit verbracht unser Englisch auf Vordermann zu bringen, mit mehr oder weniger guten Erfolgen….zumindest können wir nun perfekt dreckige Witze erzählen und problemlos verstehen, sowie einige unsinnige Redensarten in „australischem Dialekt“….wir werden besser ;-)

Die Familie ist heute aus Oak Park zurück gekommen und schwupps war es vorbei mit der Stille. Morgen werden wir mit ihnen sprechen und dann in den nächsten Tagen die Farm verlassen. Das nächste Mustering ist erst Mitte August, zu weit entfernt für uns. Vor uns liegen noch knappe 20.000km, wir müssen also langsam weiter ;-)

Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten ist die Reise eine sehr gute Entscheidung. Wir treffen überwiegend sehr nette Menschen, die jeden Tag für uns zum Erlebnis machen. Australien ist ein Land der absoluten Gegensätze, so viel können wir heute schon sagen. Absolut unvergleichlich mit Deutschland und jeden Ärger wert. Natürlich vermissen wir die Porta und das Bananenweizen am Sonntagnachtmittag am Viehmarkt mit lieben Freunden, aber wir kommen wieder ;-)

 

Liebe Grüße Nadine + Chris

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Kommentare: 4
  • #1

    das Engelchen ;-) (Montag, 11 Juli 2011 15:55)

    "aber wir kommen wieder" -> *gefälltmir* ;-)

  • #2

    Maike (Mittwoch, 13 Juli 2011 13:26)

    mir auch :o)

  • #3

    Alex & Co. (Mittwoch, 13 Juli 2011 22:41)

    Ihr seit erst 3 Monate weg...kommt mir vor wie eine Ewigkeit...

  • #4

    Theisi (Sonntag, 24 Juli 2011 21:27)

    Mir gefällt´s auch :-)
    Ich bin dann auch da und geh´hier eh nicht weg ;-)

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OZ-Melbourne 18. April 2012, 16h41 bei uns, 8h41 bei euch ;-)

 

 

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